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Mein digitaler Fußabdruck und wie ich ihn verkleinern kann!
3/24: Zugangsart

Im Jahr 2020 hatten 96 Prozent aller Internet-Nutzer in Deutschland ihren Zugang über einen Festnetzanschuss und 76 Prozent gleichzeitig oder alternativ über einen mobilen Anschluss. Das bedeutet, dass ungefähr drei Viertel aller Nutzer beide Zugangsoptionen haben. Doch was ist besser? Oder ist es egal?

Diese Frage beantwortet eindrucksvoll eine Analyse des Umweltbundesamts im Rahmen des „Green Cloud-Computing“ Report aus dem Jahr 2020. Hier wurden umfangreiche Untersuchungen zum Stromverbrauch beim Datentransfer von lokalen Zugangsgeräten zu einem Webserver gemacht.

Die CO2-Emissionen pro Stunde Videostreaming in HD-Qualität betragen nach dieser Studie bei Glasfaser 2 Gramm, bei Kupferkabel 4 Gramm, bei 5G 5 Gramm, bei LTE 13 Gramm und bei UMTS sagenhafte 90 Gramm CO2-Äquivalente pro Stunde! Das ist das 45-fache gegenüber einer Festnetzverbindung über Glasfaser! Und 5G ist um den Faktor 2,6 besser als LTE! Oder anders ausgedrückt: Durch die Wahl der Zugangsart können wir bis zu 85 Prozent der CO2-Emissionen beim Surfen Internet einsparen, wenn wir Glasfaser statt LTE nutzen. Bei Kupferkabel statt LTE wären es immer noch 70 Prozent.

Da ist es eine gute Nachricht für unser Klima, dass die Telekom das UMTS-Netz zur Jahresmitte angeschaltet hat und die anderen Netzanbieter bis zum Jahresende folgen werden. Auch wenn noch viele Alt-Handys in Umlauf sind, mit denen man dann nicht mehr ins Internet kommt. Da bleibt dann wirklich nur ein Neukauf, am besten ein 5G-fähiges Gerät.

Man sieht an den Zahlen, dass ein Festnetzzugang immer die klimafreundlichste Zugangsart ist und man darauf zurückgreifen sollte, wo immer es geht. Gerade für umfangreiche Datentransfers wie Streaming. Oder kurz gesagt: Boden schlägt Luft!

Ideal wäre es natürlich Glasfaser- statt Kupferkabel überall zu haben, aber da ist Deutschland leider nur auf dem Stand eines Entwicklungslandes mit einem Anteil von 5,4 Prozent Ende 2020. Zum Vergleich: In Schweden sind es 75 Prozent und in Südkorea sogar 84 Prozent!

Im Bekanntenkreis lerne ich gerade, was neben der Trägheit der Telekom eine der Ursachen dieses Desasters ist. Ein Glasfaseranschluss ist in Deutschland viel zu teuer und unattraktiv für Wenig-Nutzer im ländlichen Umfeld, da man keine Telefonflatrate inklusive hat. Und der Ausbau erfolgt nur, wenn 40 Prozent der Anschlussinhaber vorab einen Vertag abschließen. In anderen Ländern gibt es solche Hürden wahrscheinlich nicht.

Aus den Zahlen lernt man auch, dass es besser ist, generell nur noch 5G-fähige Geräte zu kaufen, auch wenn die Preise oft noch höher liegen. Und eine möglicherweise enthaltene 5G-Datenflatrate nicht so auszureizen, dass der Einspareffekt (über)kompensiert wird. Solche Rebound-Effekte sind übrigens ein generelles Problem bei allen technischen Weiterentwicklungen! Noch besser als jede Neuanschaffung ist natürlich immer die möglichst lange Nutzung vorhandener Zugangsgeräte. Das werden wir in einem späteren Beitrag genauer beleuchten.

Ich mache alle Updates auf meinem Smartphone wann immer es geht über eine Festnetzverbindung. Darüber hinaus nutze ich es nicht für Audio- und Videostreaming und habe auch nur einen relativ limitierten Vertrag, was die inkludierte Datenmenge angeht. Das diszipliniert automatisch und man achtet auf den Datentransfer. Ansonsten mache ich fast alles über meinen privaten oder beruflichen Festnetzanschluss. Und was macht Ihr?

Am 4. Dezember geht es weiter mit dem Thema "Cookies".


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