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SEO-Blog

Mein digitaler Fußabdruck und wie ich ihn verkleinern kann!
19/24: Regionale Angebote

Es gibt heute viele Tausende Rechenzentren weltweit, in denen Milliarden Webseiten gespeichert sind. An welchem Standort einer Webseite abgelegt ist, lässt sich so ohne weiteres gar nicht ermitteln. Die Domainendung (z.B. .de, .at, .ch) oder die Angaben im Impressum sagen darüber erst einmal nichts aus, auch wenn es aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung sinnvoll sein kann, dass der Server-Standort zur Domainendung und der Sprache der Webseite passt.

Doch wie könnt Ihr den Server-Standort dann ermitteln? Dabei helfen Euch Test-Tools wie "utrace me" oder "Pinmap", mit denen Ihr euren eigenen Standort und den jeder beliebigen Webseite relativ zuverlässig herausfinden könnt. Er wird auf einer Landkarte angezeigt und wird Euch so manche Überraschung beim Testen bescheren. Klar können Kriminelle hier Manipulationen und Weiterleitungen versuchen, aber über solche Seiten reden wir hier nicht.

Warum ist der Standort überhaupt wichtig? Untersuchungen haben ergeben, dass der Stromverbrauch und damit die resultierenden CO2-Emissionen mit der Länge der Wegstrecke korrespondiert, die Daten von unserem Endgerät zu Webserver zurücklegen. Der Datenfluss erfolgt dabei immer in beide Richtungen, da wir Daten vom Webserver anfordern und diese dann wieder - oft auf einem ganz anderen Weg - zu unserem Browser gesendet werden. Diesen Datenfluss können wir nicht steuern, da ihn die vielen Name-Server im Internet für uns erledigen. Und das alles verbraucht natürlich Strom.

Wenn Eure favorisierten Webseiten irgendwo im europäischen Ausland oder sogar in Übersee liegen, hat das dann einen größeren Einfluss auf Euren digitalen Fußabdruck, als wenn Ihr Seiten besucht, die in Deutschland gehostet werden.

Viele deutschsprachige Seiten liegen übrigens im Ausland, weil es dort teilweise günstigere Provider gibt. International operierende Unternehmen mit vielen Niederlassungen und Sprachversionen nutzen meist einen einzigen Webserver, auf dem die gesamte Webpräsenz zentral verwaltet wird. Oft werden dabei auch sogenannte Content-Delivery-Netzwerke eingesetzt, die die gesamte Webseite in vielen Rechenzentren weltweit spiegeln, um die Wege klein zu halten und die Ausfallwahrscheinlichkeit zu reduzieren. So erfolgt der auf facebook.de zum Beispiel über ein Rechenzentrum in Frankfurt am Main.

Wichtig ist noch zu erwähnen, dass in eine Seite eingebettete Inhalte wie beispielsweise Youtube-Videos von einem weit entfernten Server im Hintergrund nachgeladen werden können. Das sagen Euch die anfangs erwähnten Lokalisierungs-Tools natürlich nicht. Dennoch sind sie hilfreich, um über diese selten thematisierte CO2-Quelle auch einmal nachzudenken.

Das soll jetzt alles natürlich nicht heißen, dass Ihr Seiten in weit entfernten Rechenzentren nicht mehr nutzen sollt. Vielleicht prüft Ihr aber beim Anlegen von Accounts, bei der Nutzung von Online-Software, bei Clouds, Videokonferenz-Tools etc. zukünftig einfach vorab, wo die Seiten liegen. Und wenn es mehrere gleichwertige Optionen gibt, dann könnt Ihr vielleicht den regional nächsten Anbieter wählen und so Euren digitalen Fußabdruck verkleinern.

Ganz nebenbei würde ich es begrüßen, wenn man auf jeder Webseite den Serverstandort nennen würde und ob er mit Ökostrom betrieben wird. Das würde einige Recherchearbeit ersparen und vielleicht unser Bewusstsein für die Problematik schärfen.

Am 20. Dezember geht es weiter mit dem Thema "Vorsicht Greenwashing".


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