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Mein digitaler Fußabdruck und wie ich ihn verkleinern kann!
21/24: Radio hören

Hört Ihr überhaupt noch Radio auf klassische Art und Weise oder streamt Ihr Eure Lieblingsmusik nur noch? Ich meine hier den analogen Empfang über Ultrakurzwelle (UKW) und eine Antenne an einem Gerät ohne Internetanschluss. Oder seid Ihr schon bei DAB+ und einem digitalen Empfangsgerät angekommen? In beiden Fällen seid Ihr auf der guten Seite in Sachen Nachhaltigkeit und CO2-Emissionen, die hier deutlich niedriger sind als beim Radio hören über das Internet.

Laut statista hören in Deutschland täglich knapp 35 Millionen Menschen Radio und das im Durchschnitt 180 Minuten lang. 27 Prozent besitzen ein Gerät, das zum Empfang von DAB+ geeignet ist, und 90 Prozent haben die Möglichkeit, Radio über UKW zu hören. Das dürften ähnlich viele sein, die theoretisch Internet-Radio hören können, weil sie einen ausreichend schnellen Zugang haben.

Der Nachteil der klassischen Empfangsarten liegt in der geringen Senderauswahl und teilweise auch schlechten Empfangsqualität. Das merke ich insbesondere beim Digitalradio, wo der Ausbau in vielen Regionen noch deutlich stockt, auch weil die Nachfrage fehlt. Das kommt Euch sicher bekannt vor, denn beim Glasfaserausbau ist es genauso.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass der DAB+-Ausbau irgendwann mangels Nachfrage ganz eingestellt werden könnte. Immerhin müssen die Radios in Neuwagen seit kurzem zwingend DAB+ unterstützen, aber ob das langfristig den Siegeszug und die Vorteile des Internet-Radios überwiegt, darf bezweifelt werden. Denn der Aufbau der Sendeinfrastruktur ist nicht ganz billig. Auch für UKW-Radio ist eine komplette Abschaltung in der Diskussion, in der Schweiz ist sie für Ende 2024 bereits beschlossen. Das wird dann leider sehr viele alte Radiogeräte zu Elektronschritt machen. Aber die DAB+-Infrastruktur ist deutlich stromsparender und damit emissionsarmer. Das muss man auch anerkennen.

Die Kehrseite der Medaille beim Internet-Radio ist der resultierende Datentransfer. Er ist zwar deutlich geringer als beim Konsum von Videos, aber mit 21 bis 84 Megabyte pro Stunde und der großen Zahl an Hörern kommt da schon einiges zusammen, wie eine Studie des Ökoinstituts aus dem Jahr 2019 ergeben hat. Die großen Unterschiede resultieren aus der unterschiedlichen Sendeleistung und auch aus den in den Empfangsgeräten eingestellten Qualitäten. Insgesamt sind die Datenmengen vergleichbar mit denen beim Audiostreaming über Spotify & Co., die bei 40 - 100 Megabyte pro Stunde liegen. Das haben wir in einem früheren Beitrag bereits thematisiert.

Was könnt Ihr tun, um Euren digitalen Fußabdruck zu verkleinern?

Nach Möglichkeit solltet Ihr nie über eine Mobilfunkverbindung Internet-Radio hören, sondern nur über eine Festnetzverbindung, am besten über Glasfaser. Wenn das Radio immer an einem festen Platz steht, dann verbindet es möglichst mit einem LAN-Kabel mit Eurem Router und nutzt kein WLAN. Das sind im Prinzip die gleichen Tipps wie beim IP-Fernsehen. Wenn das Internet-Radio auch die Option bietet, Eure Lieblingssender über DAB+ zu empfangen, dann testet das und wenn die Qualität stimmt, dann nutzt bevorzugt diese Empfangsart. Denn das wirkt sich positiv auf Euren digitalen Fußabdruck aus!

Übrigens gibt es bei UKW und DAB+ kein Nutzertracking wie beim Internet-Radio und wenn das Netz mal ausfällt oder im Katastrophenfall, könnt Ihr Euch dort immer noch informieren. Es ist insgesamt keine gute Idee, wenn Internet, Radio, Fernsehen und Telefon über die gleiche Leitung laufen!

Am 22. Dezember geht es weiter mit dem Thema "Clouds".


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