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Mein digitaler Fußabdruck und wie ich ihn verkleinern kann!
12/24: Hardware

Die Herstellung der gesamten Infrastruktur und Hardware, die zum Betrieb des Internet notwendig ist, generiert ungefähr 45 Prozent der gesamten CO2-Emissionen und damit fast genauso viel wie die Nutzung. Dazu zählen unsere digitalen Endgeräte, der Datentransport über Kabel, Funk oder Satellit, sowie der Betrieb der Server mit Informationen und Daten, die überwiegend in Rechenzentren stehen. Dazu kommt, dass viele Ausgangsstoffe unter menschenunwürdigen Bedingungen in Entwicklungsländern, teilweise sogar von Kindern, abgebaut werden, damit sie in unseren Smartphones landen. Auch die Produktion der allermeisten Endgeräte erfolgt inzwischen in Asien unter teils unwürdigen Arbeitsbedingungen.

Das klingt jetzt so, also ob wir kaum Möglichkeiten hätten, darauf Einfluss zu nehmen, aber das ist falsch. Im Jahr 2019 hat das Ökoinstitut untersucht, wie sich die CO2-Emissionen für die Herstellung und die Nutzung digitaler Endgeräte zusammensetzen. Bei einem Smartphone werden, bezogen auf die Nutzungsdauer 50 KG CO2 pro Jahr für die Herstellung und nur 4 KG für den Betrieb emittiert. Bei einem Laptop ist das Verhältnis 63 zu 25 KG CO2 pro Jahr und bei einem Fernsehgerät 200 zu 156 KG CO2 pro Jahr. Der Kauf eines neuen Fernsehers hat also den gleichen CO2-Fußabdruck, wie die Anschaffung von vier Smartphones!

Die einfachste und effizienteste Einsparmöglichkeit ist daher schlicht und ergreifend die längere Nutzung der Endgeräte, insbesondere von Smartphones. Viel zu oft erliegen wir der Versuchung, immer das neuste Modell haben zu wollen oder unser Mobilfunkvertrag ist so gestrickt, dass wir teilweise sogar jährlich ein neues Gerät bekommen können, auch wenn das alte noch einwandfrei funktioniert. Klar könnten wir das alte verkaufen oder in der Familie weiterreichen. Fakt ist aber, dass alleine in Deutschland über 200 Millionen Smartphones ungenutzt herumliegen. Das sind 2,5 pro Einwohner! Wie viele habt Ihr noch?

Allein das darin enthaltene Gold hat einen Wert von über 160 Millionen Euro! Das fehlt wie andere Rohstoffe für die Produktion neuer Geräte und wird irgendwann zu ernsthaften Rohstoffproblemen führen. Leider ist das Recycling von Elektroschrott immer noch recht schwierig und teuer, da viele Verbundstoffe verwendet werden, aus denen die Abtrennung seltener Elemente schwierig und teuer ist. Aber die Forscher arbeiten an rentablen Verfahren!

Eine weitere Lösung des Dilemmas ist der Kauf nachhaltigerer Geräte, bei denen Akku, Display und andere Teile einfach ausgetauscht werden können. Das ist das Prinzip von Anbietern wie Fairphone und Shiftphone, die sich auch um eine fachgerechte Entsorgung kümmern und faire Arbeitsbedingungen bei der Herstellung garantieren.

Führende Telefongesellschaften wie die Deutsche Telekom und Vodafone haben kürzlich ein „Eco Rating“ für die Telefonmodelle von aktuell 12 Anbietern eingeführt. Dabei werden Langlebigkeit, Reparaturfähigkeit, Recyclingfähigkeit, Klimaverträglichkeit und Ressourcenschonung auf einer Skala von 0-100 bewertet. Allerdings fehlen die Geräte von Apple und Google und die Dauer der Verfügbarkeit von Software-Updates ist kein Kriterium. Wir kennen solche Ökolabel von A bis F längst von Kühlschränken und anderen Elektrogeräten. Wünschenswert wäre eine unabhängige Stelle, die ein solches Label auch für alle internetfähigen Endgeräte vergibt. Damit hätten wir eine klare Bewertungsgrundlage vor einer Neuanschaffung.

Am 13. Dezember geht es weiter mit dem Thema "Spam".


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